Sam ritt die Main Street entlang. Er fühlte sich fast zu Hause.
Es herrschte geschäftige Treiben. Zivilisten, Soldaten in Blau und Grau. Sam erkannte einige Zivilisten, die er schon Fort Guadelope traf und grüßte freundlich.
Er kam zum Stabsgebäude und stieg ab. Ein Private kam und nahm sein Pferd entgegen.
Als Sarah wieder in Laredo ankam, war Sie doch sehr erstaunt was sich in der kurzen Zeit hier alles getan hatte. Sie schaute sich um, ob Sie irgendein bekanntes Gesicht sah. Denn hier hatte sich einiges verändert.
Lizzy lief summend nördlich aus der Stadt heraus, immer wieder einen Gruß für Zivilisten, sowie Soldaten auf den Lippen. Einmal erkundigte sie sich nach dem Onkel einer Frau, der sie begegnete, welcher sich eine schwere Grippe eingefangen hatte, dann wiederum fragte sie einen Mann nach den Fortschritten beim Decken seines Daches und wann seine Familie denn nun einziehen könne.
Alles in Allem, dachte Lizzy als sie die letzten Häuser und Zelte hinter sich gelassen hatte, alles in allem hätte es schlimmer kommen können. Die Menschen, die nach Laredo gekommen waren, begannen langsam sich einzugewöhnen und die Kinder lernten wieder zu lachen.
Vor ihrem inneren Auge sah sie die Stadt, wie sie früher einmal gewesen war und bemerkte, dass es ihr immer schwerer fiel, sich richtig zu erinnern, es mischten sich immer mehr Bilder des neuen Laredos unter ihre Erinnerungen. Würde bald nichts mehr von dem alten Laredo über sein?
Über ihre Gedanken war Lizzy immer langsamer geworden und schließlich stehen geblieben. Träumerle, schimpfte sie sich selbst und kehrte abrupt in das Jetzt zurück. Sie riss sich zusammen und setzte ihren Weg fort. Sie wollte zu den Fosters und es war nicht mehr weit. Ein wenig Bewegung außerhalb der Küche würde ihr gut tun und trübe Gedanken verjagen.
Eiligen Schrittes lief Lizzy die verlängerte Main Street entlang Richtung Laredo. Die Häuser schienen ihr unendlich weit entfernt.
Um den Mann machte sie sich weniger Sorgen, der sah nicht so aus, als würde er in den nächsten Minuten sterben, aber sie traute sich gar nicht, darüber nachzudenken, wenn er im Fieberwahn Ann-Marie angreifen würde...
Wo sind eigentlich die Patrouillen, wenn man sie brauchte, normaler Weise stolperte man auf jedem Meter im County über einen Soldaten, dachte sie und malte sich die furchtbarsten Sachen aus, die Ann-Marie passieren konnten.
Und wenn doch noch ein Mann im Keller versteckt gewesen war? Haben wir eigentlich noch einmal nachgeschaut? Nein!!! Lizzy blieb abrupt stehen und ihr Herz setzte einen Schlag aus, sie wurde bleich. Und drehte sich auf dem Absatz um. Zurück? Nein, nein, nur schneller.
Lizzy lief noch einen Schritt schneller, sie war kreidebleich und bekam hektische rote Flecken. Warum kamen die Häuser denn nicht näher, ein Alptraum...
Auf halbem Weg kam Lizzy der Zufall zugute, als ihr eine Kutsche des Medical Department entgegen kam, auf deren Kutschbock Lt. Sophie Wallace und Steward John Smith saßen...
Sie waren auf dem Weg zur Wasserstation um Medikamente vom Zug abzuholen, die eine Gruppe Attendents bereits abgeladen hatte.
John hatte den Wagen angehalten und freute sich über die Verzögerung, da er keine gesteigerte Lust verspürte dutzende von Kartons in den Wagen zu laden.
"Sie schickt der Himmel. Wir haben da so eine Art Notfall im Haus des Sheriffs. Dort ist ein Mann, ein Captain der CS, er sieht schlecht aus. Wir glauben er kommt aus Mexiko.
Bitte, kommen Sie mit. Ich glaube er fantasiert, aber er will nicht, dass wir die Ya...", Lizzy stutzte und wurde puterrot, dann setzte sie neu an, "er will nicht, dass wir die Union holen, aber ich weiß nicht, auf welchem Stand er ist... Ich meine... Sie und die Südstaa.. NKS'ler... und..."
Lizzy schloss die Augen und sammelte sich, dann atmete sie zweimal tief durch und sagte viel besonnener und vernünftiger.
"Fakt ist, dass wir ihn im Keller gefunden haben, wo er sich versteckt hatte. Als ich Hilfe holen ging, war er gerade bewußtlos. Ich mache mir Sorgen, dass er nicht bei Verstand ist, wenn er zu sich kommt. Und die Frau des Sheriffs ist alleine mit ihm. Sie hat zwar eine Waffe und er nicht. Aber vielleicht war er doch nicht alleine. Verstehen Sie? Bitte, können wir uns beeilen?"
Claudine trat gefolgt von Captain Grant, der Ihr die Tür aufgehalten hatte, auf die Main Street hinaus. Sie schaute die Straße einmal hinauf und hinunter, sah das geschäftige Treiben und fragte Grant dann: "Und Captain, möschten sie in ein bestimmte Rischtung?"
Elias schüttelte den Kopf und lächelte. "Das überlasse ich ganz ihnen. Sollten sie genauso unentschlossen sein wie ich können wir auch einfach die Straße Richtung Norden entlang gegen", schlug er dann vor.
Claudine schaute unentschlossen die Straße runter und sah den Drugstore von Cheap Joe und überlegte kurz, ob sie sich ein paar Süßwaren für den Spaziergang besorgen sollte. Dann verwarf sie den Gedanken wieder, da sie mit den Krücken schwerlich etwas anderes in der Hand halten konnte. Sie nahm sich aber vor, auf dem Rückweg vor allem etwas Lakritze zu besorgen, um sich ihren restlichen Büroalltag zu versüßen.
Die Straße war in Richtung Norden weniger stark belebt und sie würde dort mit ihren Krücken ein nicht so großes Hinderniss darstellen und vor allem würde sie nicht die Rücksichtnahme und den einen oder anderen mitleidigen Blick Anderer, den sie immer und überall vermutete, nicht ertragen müssen.
"Isch denke gen Norden ist schon in Ordnung.", sagte sie daraufhin zu Grant und machte sich zügig auf dem Weg um nicht noch jemand Bekanntes über den Weg zu laufen.