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Dieses Thema hat 176 Antworten
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NKS - NPC Offline

Forenspiel Moderator


Beiträge: 82

21.10.2008 15:27
#61 RE: Richmond, VA antworten
Andrew/Isabelle O´Griffin

"Jetzt sei ehrlich Andrew...Liebster und erzähle die ganze Geschichte", meinte Isabelle dann mit einer liebevollen Strenge und schaute ihren Mann auffordernd an.

Andrew seufzte und nickte niedergeschlagen. "Also gut, alles begann kurz nach Jonathans Widereintritt in die Unionsarmee, wobei das ganze zu Beginn nicht so viel mit ihm zu tun hat. Ich weiß, dass ihr immer alle auf mich herabgesehen habt und denkt, ich hätte Isabelle nur des Geldes wegen geheiratet und deshalb wollte ich beweisen, dass ich auch alleine etwas aufbauen kann.

Du kennst doch dieses große alte Hotel an Stadtrand. Es stand nach dem Krieg lange leer und so habe ich es gekauft, denn früher war es eine wahre Goldgrube. Also nahm ich eine Hypothek auf das Haus auf und ein Darlehn von der Bank um die Renovierung zu bezahlen.

Alles lief bestens, und wir eröffneten im Juni und schon nach einem Monat begann es sich zu rechnen. Doch dann brach ein Feuer aus und es brannte bis auf die Grundmauern nieder, weil eine Horde Betrunkener die Feuerwehr nicht heranließ. Jonathan hatte noch geholfen und Soldaten geschickt, weil die Polizei nicht mit ihnen fertig wurde, doch es war zu spät. Diese Leute hatten wohl Streit mit dem ehemaligen Besitzer gehabt und dachten er wäre wieder zu Geld gekommen und hatten Feuer gelegt.

Ich wusste dann nicht mehr was zu tun war und verzweifelte. Letztendlich habe ich unser...Isabelles Haus verkaufen müssen...an einen britischen Gentleman, einen Anwalt. Er war so nett uns sogar ein Rückkaufsrecht einzuräumen, da er das Haus eigentlich nur bis nächsten Mai benötigt. Doch ich wusste nicht wo ich das Geld herbekommen sollte also ging ich zu Jonathan. Er meinte ich solle einmal in meinem Leben vernünftig arbeiten und verweigerte mir das Darlehn, bot aber an, ich könne dafür Arbeiten und vielleicht würde er es sich überlegen. Also fing ich hier als Vorarbeiter an. Auch Isabelle wollte unbedingt helfen und arbeitete auch, obwohl ich es nicht wollte und auch Jonathan war alles andere als begeistert. Doch sie sagte wir müssten das zusammen durchstehen.

Es...es ging mir aber alles nicht schnell genug und gestern hatte ich vielleicht einen Whisky zu viel getrunken und geriet mit Jonatahn in Streit. Ich nannte ihn einen Verräter ...wegen der Teppiche und Bilder und...und habe ihn geschlagen. Sein Stock rutschte zur Seite und er fiel hin ...und sein Adjutant griff ein und ...nun, ich bin kein Soldat und habe schlecht abgeschnitten.

Aber er hat mich auch immer spüren lassen was er von mir hält...obwohl es dieses Mal alles nicht meine Schuld war...alles sah so gut aus...", endete er und schluchzte.

"Wir haben es der Dienerschaft nicht gesagt, deshalb kann es sein, dass du vielleicht etwas anderes gehört hast", meinte Isabelle dann noch und strich ihrem Mann daraufhin wortlos über die Haare und hatte nichts hinzuzufügen, aber man sah, das sie schon unter der Situation litt, auch wenn man nicht genau sagen konnte was jetzt genau der Grund war.
Colonel Samuel F. McAllister Offline

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21.10.2008 15:59
#62 RE: Richmond, VA antworten

Sam sah die beiden an und atmete tief ein. Er hörte sich die ganze Geschichte an und merkte erst jetzt, wie sehr Andrew unter Druck gestanden haben mußte.

"Gut, daß wir miteinander geredet haben... sonst wäre vielleicht ein Unglück passiert." sagte Sam

Er nahm die Mappe mit den Kontoauszügen, Aktiendepots etc. pp. und schaute hinein.

"Ihr beide seid entlassen. Ich will nicht noch einmal hören daß ihr zusammen mit den Skl.... mit den einfachen Arbeitern auf den Feldern herumtollt..." sagte Sam ernst

"Du wirst mir eine Aufstellung machen, wie hoch deine Schulden sind und wieviel Geld Du für den Wiederaufbau des Hotels benötigst... außerdem legst Du mir die Zahlen vor, die das Hotel erwirtschaftet hat bevor es abgebrannt ist... Wenn ich von deiner Geschäftsidee überzeugt bin, werde ich Dir das Geld zur Verfügung stellen und Du wirst mir jeden Penny zurückzahlen. Und Du wirst dich bei Jonathan entschuldigen..."

Sam nahm einen tiefen Zug von der Zigarre und streifte sich über das Gesicht, wo er die tiefe Furche bemerkte die der Mexikaner ihn schlug.

"Ich entschuldige mich bei Dir, sollte ich dir das Gefühl vermittelt haben, daß ich dich nicht schätze. Ich schätze Dich , Andrew, nicht aber auf Grund deiner Verdienste, denn davon, so leid es mir tut, hast du wenige vorzuweisen. Aber Du hast meine Schwester geheiratet und sie liebt dich... und das macht dich besonders. Du sollst Deine Chance haben dich zu beweisen...und ich hoffe, daß Du es diesmal von Anfang bis Ende durchziehst."

Sam seine Isabelle an.

"Nun geh und ruh dich aus...und stell dich wegen ein paar blauen Flecken nicht so an." sagte Sam scherzhaft und klopfte Andrew auf die gesunde Schulter

"Ich entführe deine Frau auf ein kleines Gespräch unter vier Augen wenn´s recht ist." fuhr fort und blickte Isabelle an

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Col. Samuel F. McAllister
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NKS - NPC Offline

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21.10.2008 16:08
#63 RE: Richmond, VA antworten
Andrew/Isabelle O´Griffin

Andrew lag die etwas unterwürfige Art einfach im Blut. Er stand auf, machte einen Diener, bedankte sich 1000 Mal und verließ mit einem, "...aber natürlich, ich gehe schon", den Raum.

Isabelle schaute ihm nach und seuftzte ein klein wenig bevor sie ihren Bruder sanft anlächlte. "Was möchtest du mit mir besprechen, Sam", fragte sie dann und schenkte ihm unaufgefordert ein Glas mit seinem Lieblingswhisky ein.
Colonel Samuel F. McAllister Offline

Colonel


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21.10.2008 16:27
#64 RE: Richmond, VA antworten

Sam sah ihr in die Augen.

"Ich möchte einfach nur ein wenig Zeit mit meiner Schwester verbringen, Belle." sagte er freundlich lächelnd und nahm das Whiskeyglas

"Und ich würde gerne wissen, was dir auf dem Herzen liegt... etwas bedrückt Dich und jetzt sag nicht: da ist nichts... das habe ich dir früher schon nicht geglaubt. Also, Schwesterherz? "

Sam trank einen Schluck und schaute Isabelle in die Augen. Es lag viel Wärme in seinem Blick, er schien wie ausgewechselt zu sein... hier war er nur ein Mensch, ein geliebter Verwandter und weniger ein Soldat.

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Col. Samuel F. McAllister
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NKS - NPC Offline

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21.10.2008 16:41
#65 RE: Richmond, VA antworten
Isabelle O´Griffin

Isabelle tat natürlich genau das was Sam erwartet hatte. Sie schüttelte den Kopf. "Ach es ist nichts Wichtiges", meinte sie dann etwas kleinlaut und wollte es zunächst dabei belassen, gab allerdings dem Blick ihres Bruders nach.

"...es ist nur wegen Andrew. Er hat einfach Pech gehabt, nachdem es schien, als ob er einmal etwas hinbekommen hätte. Und Jonathan war dann mit seiner militärischen Art nicht sonderlich förderlich", begann sie aber es wurde schnell klar, dass es nur vorgeschoben war. Doch sie fasste sich ein Herz und sprach weiter.
"Und es ist wegen euch da unten in Texas. Ich verstehe ja, warum ihr das tut, aber wirst du erst aufhören wenn ihr alle tot seid? Versteh mich nicht falsch, aber ich begreife es nicht. Bitte erkläre es mir", meine sie dann und schaute ihn offen und mit liebevollem Blick an.
Colonel Samuel F. McAllister Offline

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21.10.2008 16:57
#66 RE: Richmond, VA antworten

Sam seufzte.

"Ach Belle... " Sam stutzte... wie sollte er es erklären ?

"Als Lee damals kapitulierte, brach für mich eine Welt zusammen... die Blauröcke hatten unsere Heimat geschändet unsere Traditionen mit Füßen getreten und .... " Sam wollte es nicht aussprechen... aber seine Schwester erkannte daß es um Sams Frau und seine Tochter ging.

"Wir hatten geschworen euch alle zu beschützen und gegen die Aggressoren aus dem Norden ins Feld zu ziehen, auf daß das Unrecht nicht obsiegt... ich hatte meine Liebe verloren und mit ihnen mein Leben, du verstehst? Ich war schon tot, ergo hatte ich nichts mehr zu verlieren.... Und wie mir ging es vielen...und alle kamen sie zu uns... und heute ist es dasselbe wie damals. Ich habe die Aufgabe meine Männer und all die Zivilisten zu beschützen.... und es ist meine Pflicht so lange weiter zu machen...so lange wie es eben dauert. Und wenn es mein Leben kostet, bin ich heute wie damals bereit dafür mich für unsere Sache zu opfern...hier bin ich nur ein Schatten der Vergangenheit..." erklärte Sam

In seinen Augen konnte Isabelle erahnen, wieso Sam heimgekommen war. Es klang so, als sei er hier um alles zu regeln und seinen Frieden zu machen mit den Menschen die er noch liebte. Er war müde geworden. Es war wie ein kalter Schauer der ihr über den Rücken lief, als sie sich dessen bewußt wurde.

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Col. Samuel F. McAllister
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NKS - NPC Offline

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21.10.2008 17:19
#67 RE: Richmond, VA antworten
Isabelle O´Griffin

Isabells Unterlippe begann leicht zu zittern, aber sie hielt ihre Tränen tapfer zurück. Nur zu gut verstand die feinfühlige junge Frau ihren Bruder. "Ich...ich verstehe. Dann muss das wohl so sein", erwiderte sie und schluckte. Sie war ein Südstaatenmädchen und sie wollte keine Schwäche zeigen.

"Was hälst du davon wenn wir morgen ausreiten und ein Picknick machen, so wie früher", brachte sie dann, noch immer gefasst heraus und lächlte unsicher. "Deine Freunde können natürlich mitkommen. Das wird wunderbar...oh, verflixt...jetzt ist mir etwas ins Auge geflogen. Ich geh schnell und kläre schon einmal alles für morgen...wo ist denn nur mein Taschentuch?", sagte sie dann und stand etwas überstürzt auf und verließ den Raum wobei sie die Tür einen Spalt offen ließ und man vom Flur her Schritte schwerer Stiefel hören konnte...
Colonel Samuel F. McAllister Offline

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21.10.2008 17:34
#68 RE: Richmond, VA antworten

Sam sackte in den Stuhl zurück und stützte seinen Kopf auf seiner rechten Hand ab.

Er schloß die Augen und mußte mit sich ringen, daß ihm nicht auch die Tränen kamen.

In das Gesicht seiner Schwester zu blicken... dieser Blick... davor hatte Sam Angst gehabt. Das zerbrach ihn innerlich und schmerzte mehr als alle Wunden die er je bekam.

Er hörte die Schritte vom Flur her eher unbewußt und vermochte den Blick nicht zu heben.

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Col. Samuel F. McAllister
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NKS - NPC Offline

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21.10.2008 17:49
#69 RE: Richmond, VA antworten
Lt. Colonel Jonathan McAllister - Unionsarmee

Die Schritte verebbten vor dem Raum und eine bekannte Stimme sagte befehlsgewohnt..."Gentleman, bitte gedulden sie sich einen Moment hier."

"Natürlich, Sir", war von 2 weiteren Personen zu höhren, von denen eine älter und eine recht jung klang.

Dann öffnete sich die Tür zur Gänze und Jonathan McAllister betrat den Raum, auf einen aufwendig gearbeiteten Gehstock gestützt und in voller Uniform eines Lt. Colonels der Unionsarmee. Hinter sich schloß er die Tür wieder und musterte seinen Bruder, der recht niedergeschlagen dort am Tisch saß.

"Samuel...ich hatte nicht erwartet dich hier zu treffen, sonst hätte ich keinen Besuch mitgebracht...ich...ich wünsche dir einen guten Abend", sagte er mit ruhiger Stimme, die fast schon wirklich freundlich klang.

Er hatte etwas anderes auf den Lippen gehabt, doch so kannte er seinen Bruder nicht und das irritierte ihn kurz und er wollte nicht unbedingt in eine frische Wunde schlagen oder sofort einen Streit vom Zaun brechen.

"Ist etwas passiert?", fragte er dann und sogar eine Spur von Besorgnis klang in der Stimme mit.
Colonel Samuel F. McAllister Offline

Colonel


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21.10.2008 18:27
#70 RE: Richmond, VA antworten

Sam sah seinen Bruder an.

Er schwieg eine Weile und betrachtete Jonathan genau. Die blaue Uniform, den Gehstock, das Gesicht und die Augen.
Sams Augen waren feucht geworden.

Er wußte nicht was er seinem Bruder sagen sollte. Am liebsten würde er aufspringen und ihn in den Arm nehmen, doch nach all den Jahren und dem Krieg konnte er es einfach nicht.
Sam fühlte sich hilflos und schwach, deshalb war er all die Jahre nicht heim gekommen. Er ertrug es nicht vor Augen geführt zu bekommen, daß sein Platz nicht irgendwo in Mexiko oder in Texas war, sondern hier in Virginia und nirgendwo sonst. Er konnte es sich nicht eingestehen, daß er und alle die ihm folgten am Ende doch im Unrecht waren und so viele Jahre verschenkt haben um für eine Sache, ein Ideal zu kämpfen, während alles für das es sich zu kämpfen lohnt hier an den heimischen Herden saß.

"Es tut mir leid, Deine Abendplanung zu stören, Jonathan." brachte er dann heraus und stand auf

Er wollte mehr sagen , er wollte seinem Bruder vorwerfen, daß er damals in Gettysburg nicht einfach abgedrückt hat und Sam so von seiner Bürde befreite. Er wollte sagen, wie sehr es ihn getroffen hat zu erfahren, daß sein Bruder so schwer verwundet wurde. Er wollte um Verzeihung bitten...er wollte alles sagen, was gesagt werden mußte, aber er konnte nicht. Er war wie gelähmt und starrte erst Jonathan an und dann ins Nichts, bevor er sich umwandte und zu einer anderen Tür am hinteren Ende des Raumes ging,dort die Türklinke fest umfaßte und inne hielt.

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Col. Samuel F. McAllister
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21.10.2008 20:43
#71 RE: Richmond, VA antworten

Lt. Colonel Jonathan McAllister - Unionsarmee

"Samuel? Wohin willst du? Das hier ist auch dein Haus, also mach dich nicht lächerlich und bleib sitzen", sagte er forsch aber nicht unhöflich. Leider verhinderte seine Verletzung ihn seinem Bruder schnell zu folgen, doch er machte zumindest einige Schritte...

Colonel Samuel F. McAllister Offline

Colonel


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21.10.2008 21:11
#72 RE: Richmond, VA antworten

Sam sah nach unten zu Boden.

"Ich hatte gehofft, du würdest den Wahnsinn unbeschadet überstehen, Jonathan... Ich habe für dich gebetet, für Mama und Papa, für Mary und Isabelle...all die Jahre habe ich gehofft das Ganze ist nur ein böser Traum aus dem ich erwache und alles ist wie es war und sein soll... aber nichts ist wie es sollte."

Er konnte die Tränen die sich angesammelt hatten nicht mehr zurückhalten.

"Und nun bin ich hier... in meinem Geburtshaus... und fühle mich fehl am Platze... ich weiß nicht mehr wohin ich gehöre, Jonathan." er sah seinem Bruder in die Augen

"Ich kam hierher... um euch alle noch einmal zu sehen, bevor wir wieder im Stande sind gegen die Mexikaner zu ziehen... um mein Gewissen zu erleichtern, vielleicht... vielleicht um die, die mir noch geblieben sind noch einmal in die Arme zu schließen... euch zu sagen, daß ich , egal was auch kommt, immer bei euch bin und euch niemals vergessen habe oder werde... jetzt denke ich, daß es besser gewesen wäre, wenn ich in Texas geblieben wäre... denn kein Mensch vermag mir solchen Schmerz zuzufügen wie ich ihn jetzt empfinde." fuhr Sam fort und die Tränen rannen seine Wangen hinunter

Sam war nicht auf das Mitleid seines Bruders bedacht. Er wußte nur einfach nicht mehr weiter. Was ihm gerade einfiel, was gerade in seinem Kopf umhergeisterte sprach er einfach aus.

"Warum kann ich nicht einfach so hassen wie es Vater mir von Dir beschrieben hat? Warum sehe ich in dir immer noch den Bruder und nicht den blauen Teufel der meine Frau und mein Kind umgebracht hat? Warum ?"

Sam lehnte sich mit dem Rücken an die Tür und ließ sich zu Boden rutschen.
Alles was ihn die letzten 5 oder 6 oder 7 Jahre beschäftigt hat und was er verdrängt hatte in all den Nächten, in all den Gefechten, den einsamen Weihnachtsfesten und Geburtstagen entlud sich mit einem Mal und das war ihm bisher noch nie passiert. Die harte Schale schien plötzlich zerbrochen und diese Blöße hat er sich in seinem ganzen Leben noch nicht gegeben. Er war am Boden und er hatte sich selbst in diese Position gebracht.

Schweigend sah er zu Jonathan herüber, der mit dieser Situation ebenso überfordert zu sein schien wie Sam selbst.

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Col. Samuel F. McAllister
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21.10.2008 21:35
#73 RE: Richmond, VA antworten
Lt. Colonel Jonathan McAllister - Unionsarmee

Jonathan stand die Verblüffung ins Gesicht geschrieben und ein wenig von der kühlen Maske des Offiziers bröcklte ab. Er drehte sich um und öffnete kurz die Tür. "Meine Herren, ich denke der Abend heute ist eher ungünstig. Ich habe dringende Familiendinge zu klären. Ich entschuldige mich und lade sie dafür morgen mit ihren Damen zum Abendessen ein. Guten Abend Gentleman...Major...Lieutenant...", sagte er ruhig während Jeremiah die Gäste zur Tür brachte.
Dann schloß er die Tür wieder. Allerdings hatte die kurze Zeit ihm nicht geholfen seine Verblüffung zu überwinden, denn egal was er für Sam empfand, es war immer noch sein Bruder, auch wenn er alles hasste wofür er stand.
Er starrte ihn sekundenlang fassungslos an und brachte die letzten Schritte bis zur hinteren Tür hinter sich...zwar nicht wirklich schnell, doch wenn man seine Verletzung berücksichtigte eigentlich sehr souverän.

Dann bleib er stehen und schaute herunter. Mit einem leichten Seuftzen lehnte er sich gegen die Tür und lies sich neben seinen Bruder auf den Boden rutschen, was ihm überraschend gut gelang.
Er griff in die Tasche und holte ein sauberes Tuch hervor. "Wir haben alle einen Platz in der Hölle reserviert, Samuel und du hast scheinbar etwas im Auge, Colonel", sagte er ruhig und reichte ihm das Tuch.
Colonel Samuel F. McAllister Offline

Colonel


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21.10.2008 22:08
#74 RE: Richmond, VA antworten
Die beiden Brüder saßen nebeneinander. Der eine in blau, der andere grau. Beide hatten sie es weit gebracht, jeder auf seiner Seite, jeder Schritt vorwärts kostete mehr von ihnen, als sie eigentlich bereit waren zu geben.

Sam wischte sich die Tränen weg und schaute nach vorne.

"Das haben wir bereits in Gettysburg festgestellt... aber das macht es nicht besser." sagte Sam immer noch traurig, aber etwas gefaßter

Wieder schwiegen die beiden sich eine ganze Zeit lang an.

"Der Spuk wird bald vorbei sein... aus militärischer Sicht, werden wir den Krieg gegen die Mexikaner verlieren und Gott weiß, meine Jungs und ich werden in der vordersten Front stehen... Ich will meinen Frieden machen mit Dir, Jonathan... ich will euch alle versorgt wissen... und ich will das alles, was wir getan haben, unsere Ehre nicht besudelt, egal aus welchen Gründen wir es taten..."

Sam spielte eindeutig auf einige neue dekorative Möbelstücke an die er hier gesehen hatte. Er hielt es aber nicht für notwendig seinen Bruder direkt darauf anzusprechen.

"Auf dem Tisch liegen alle notwendigen Unterlagen um die finanziellen Probleme der Familie zu lösen... alles andere liegt an uns."

Sam drehte seinen Kopf und schaute Jonathan an.

"Es tut gut, dich hier zu sehen, Colonel... hier gehörst Du hin..." Sam schwieg kurz
"Auch wenn ich nicht ganz nachvollziehen kann, wieso Du diese blaue Pferdedecke wieder angezogen hast." scherzte er mehr oder minder halbherzig um beide aus diesem Loch zu holen

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Stellv. Oberkommandierender der CS-Streitkräfte

NKS - NPC Offline

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21.10.2008 22:28
#75 RE: Richmond, VA antworten
Lt. Colonel Jonathan McAllister - Unionsarmee

"Pferdedecken sind meist grau mein Lieber, vielleicht mit ein paar bunten Elementen", sagte er dann trocken und stand etwas schwerfällig auf. "Na dann wollen wir einmal sehen, was du mitgebracht hast, dann reden wir über das Thema Mexiko und zuletzt über die Versorgung der Familie im allgemeinen. Und jetzt steh auf und lass uns wie zwei zivilisierte Männer einen Whisky trinken und reden", meinte er dann und bot ihm, auf seinen Stock gestützt die Hand an.

Jonathan konnte nicht leugnen neugierig zu sein, aber er hatte auch noch etwas was er Sam zeigen musste, doch dafür war später noch Zeit.
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